Wind soll in der Region für die Region wehen
08.12.2011 Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder - naturkraft-region, Hessen
Großes Interesse bei Informationsveranstaltung der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll eG
"Wir sind angekommen" stellte Horst Kaisinger für den Vorstand der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll eG bei der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung der Ende September gegründeten Genossenschaft fest. Am 29. November hatte die Energiegenossenschaft in den Landgasthof Bechtel in Willingshausen-Zella eingeladen. Mit mehr als 150 Gästen war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Im Verlauf des Programms stellte sich die Energiegenossenschaft selbst vor. Sie verfolgt das Ziel, die Energiewende zur Steigerung der Wertschöpfung bei den Menschen in Schwalm und Knüll zu nutzen und dafür zu sorgen, dass möglichst wenig überregional abfließt. In einer immer als strukturschwach bezeichneten Region mit den bekannten demographischen Aussichten sind die Chancen, die sich aus dem beschlossenen Ausbau der erneuerbaren Energien ergeben, wie ein Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum zu sehen. „Verschenken wir diese Möglichkeiten nicht an andere, sondern nutzen sie selbst“, so Aufsichtsratsvorsitzender Werner Braun.
Ein ganz besonderes Highlight des Abends war der Vortrag von Michael Diestel, Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes Rhön-Grabfeld. Diestel fesselte die Zuhörer in seinem rund einstündigen Vortrag und zeigte an diversen Beispielen auf, welche Fragen, Herausforderungen und Chancen in dem Thema stecken. In seiner Heimatregion gehört er zu den Initiatoren mehrerer Energiegenossenschaften, die in diverse Projekte investiert haben. Diestel zeigte auf, was man zusammen mit Bürgern, Kommunen, heimischen Unternehmen und regionalen Banken erreichen kann. Sein Credo: „Bestimmen Sie, was Sie wollen, und setzen Sie es dann um. Lassen Sie es nicht zu, dass sich andere einfach bei Ihnen aufstellen und auf diese Weise den Rahm abschöpfen!“ In Sachen Windenergienutzung hat man im Grabfeld inzwischen umfangreiche Erfahrungen gesammelt. So ist es gelungen, ein Areal von 700 ha einer Planung und Realisierung durch die Menschen in vier umliegenden Dörfern zuzuführen. „Das schlimmste ist die Neiddiskussion bei solchen Themen. Die kriegen Sie nur weg, wenn alle etwas davon haben.“ Deshalb, so Diestel, ist die genossenschaftliche Lösung das ideale Modell, um die Bürger auf breiter Front einzubinden und mitzunehmen. Den Kommunen nützt die lokale Genossenschaft ebenso. Auf diese Weise landet beispielsweise die Gewerbesteuer vollumfänglich in den jeweiligen Kommunen.
Dr. Brigitte Buhse, naturkraft-region, zeigte mittels eines Wertschöpfungsrechners auf, dass das Geld, welches der Region zu Gute kommt, im lokalen Modell annähernd das zehnfache dessen ausmacht, was Konzepte mit überregionalen Investoren und Projektgesellschaften für unsere Heimat bringen.
Seitens der Energiegenossenschaft Schwalm Knüll eG kann deshalb nur die Aufforderung erneuert werden, zunächst lokale Lösungen zu prüfen, bevor man Pachtverträge für mögliche Standorte auf die Schnelle unterschreibt. Kontakt zur Energiegenossenschaft bekommt man über die Mailadressen, die auf der Internetseite der Genossenschaft www.schwalm-knuell-energie.de zu finden sind.
Dort erfährt man auch, wie man Mitglied werden kann, das Beitrittsformular ist zum Download eingestellt ebenso wie die Satzung der Genossenschaft. Sobald man Mitglied geworden ist, wird man in einen Verteiler für Infopost aufgenommen.










