Straßenmeisterei heizt mit eigenem Holz
07.12.2011 Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg und Berlin
Als einen eigenen Beitrag zum Projekt des Landkreises „Märkisch-Oderland geht den Holzweg“ wertete der Beigeordnete des Landkreises, Rainer Schinkel, die Inbetriebnahme der ersten kreiseigenen Holzheizung in der Kreisstraßenmeisterei in Reichenberg.
„Entgegen der anfänglichen Skepsis bei einigen Kollegen wurde die Heizung inzwischen gut angenom-men“, berichtet die Leiterin der Straßenmeisterei, Sabine Poganiatz. „Bisher jeweils morgens legen die Mitarbeiter im Wechsel, so dass reihum alle drankommen, Meterscheite in den Kessel.“ An die wohlige Wärme, die dann den ganzen Tag bis zum nächsten Morgen aus den drei Dreitausend-Liter-Speicherkesseln Büros, Sozialräume und Garagen versorgen, hat man sich mittlerweile gewöhnt. „Wenn es kälter wird muss dann sicher auch abends und evtl. auch noch mal am Tag nachgeheizt werden“ so die Chefin. Für Kältespitzen, die Wochenenden und wenn auch beim Wintereinsatz auf den Straßen des Landkreises mal keine Zeit zum Heizen mit Holz bleibt, wird ein Gasheizkessel vorgehalten, der dann im Bedarfsfall anspringt.
Mit angeregt wurde die Stückholzheizung vom Projektteam „Märkisch-Oderland geht den Holzweg“. Überzeugungsarbeit brauchte aber keine geleistet werden. Die Einsicht, dass mit eigenem Holz sehr kostengünstig geheizt werden kann, war bei der Leiterin der Kreisstraßenmeisterei, den meisten ihrer Mitarbeiter und bei der Landkreisverwaltung von Anfang an da. Förderlich kam noch hinzu, dass der Büro- und Sozialtrakt erweitert werden sollte und die vorhandene Gasheizung dafür nicht ausreichte und sowieso ersetzt werden musste.
Mit Hilfe des Planungsbüros Knorr und des Installateurs Jörg Stahnke, beide aus der Region, entstand eine sehenswerte 120-kW-Stückholzheizung für Meterscheite. Befürchtungen von außen, dass nun Holz eingeschlagen wird, nur um die Heizung versorgen tritt Sabine Poganiatz entschieden entgegen. „Wir fällen und betreiben Baumpflege streng nach den Baumschauen, die uns die Aufgaben vorgeben“, sagt sie. Das Holz wird dann in Meterstücke gesägt, mit einem extra angeschafften Holzspalter aufbereitet und in umgebauten Gitterboxen bis zu drei Jahre getrocknet.
„Holz nach Fällungen für ein, zwei Tage liegelassen können wir schon lange nicht mehr. Was wir nicht gleicht abtransportieren ist nach wenigen Stunden weg“. Mit dieser Aussage belegt die Chefin der Straßenmeisterei, dass das Heizen mit Holz in Märkisch-Oderland inzwischen wieder eine Alternative sein kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
„Wir wollen die Möglichkeiten nutzen, die Wertschöpfung in der Region zu steigern, die sich aus den geänderten energiepolitischen Vorgaben ergeben und gleichzeitig einen Beitrag zu den Klimaschutzzielen erbringen“, meint Rainer Schinkel.
[von: H. Grienitz]










