Siebeneich ist das erste gläserne Bioenergiedorf in Deutschland

03.08.2011 Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber, Baden-Württemberg

Landwirtschaftsminister Bonde zeichnet Bretzfelder-Teilort aus

 

Bretzfeld-Siebeneich. Ein Dorf voller Energie. Siebeneich ist nach Kupferzell-Füßbach das zweite Bioenergiedorf in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) und schreibt damit die einzigartige Erfolgsgeschichte fort. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde ließ es sich am Dienstag (02.08.2011) nicht nehmen, die Gemeinde im Hohenlohekreis persönlich auszuzeichnen. „Sie brauchten nicht erst eine Katastrophe, um zu erkennen, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehört“, betonte der Minister in seinem Grußwort in der Alten Kelter. Dabei lobte der Gast aus Stuttgart insbesondere das bürgerschaftliche Engagement bei der Weiterentwicklung zum Bioenergiedorf.

 

Gemeinsam geht man in Siebeneich aber noch einen Schritt weiter: Die Gemeinde ist auf dem Weg, das erste „gläserne Bioenergiedorf“ in Deutschland zu werden. Tiefe Einblicke möchte man vor Ort schon bald gewähren. Die Bürgerinnen und Bürgern arbeiten an dem ambitionierten Ziel erneuerbare Energien erlebbar, sichtbar und fühlbar darzustellen. Ein in Verbindung mit der Hochschule Heilbronn und der Touristikgemeinschaft Hohenlohe e.V. geplantes, speziell auf das Bioenergiedorf zugeschnittenes, Tourismuskonzept soll hierzu ein weiterer Baustein sein. Vor Ort möchte man die Einsatzmöglichkeiten der erneuerbaren Energien anschaulich mit den Elementen „Bio“, „Energie“ und „Dorf“ erklären und so die Gemeinde für Touristen und Schulklassen interessant machen. Über die Landesgrenze hinaus, soll Siebeneich als energieautarke Mustergemeinde bekannt werden.

 

Dass das große Engagement der Menschen im Dorf ein klimafreundlicher, nachhaltiger und verantwortungsvoller Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft sei, unterstrich auch Landrat Helmut M. Jahn. Erneuerbare Energien sind in Siebeneich längst „selbstverständlich“ geworden, das zeigt auch ein Blick auf die beeindruckende Ökobilanz der Gemeinde: Das 2,6-fache des eigenen Strombedarfs erzeugen die Bürgerinnen und Bürger aus erneuerbaren Energien. „Mehr als doppelt so viele Einwohner können wir damit versorgen“, weiß Ortsvorsteher Reinhold Brück.

 

H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm freut sich, das er den zweiten „Grünen Punkt“ für ein offizielles Bioenergiedorf auf der Landkarte der Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber setzen kann. „Die Vorteile für Dörfer, die Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien decken, sind erheblich. Neben dem direkten finanziellen Nutzen schafft ein Bioenergiedorf vor allem Perspektiven für seine Bewohner: durch Arbeitsplätze, langfristig bezahlbare Energiepreise und lokale Wertschöpfung“, unterstreicht Damm.

 

In einem feierlichen Akt überreichten Landrat Helmut M. Jahn, Minister Alexander Bonde und H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm ein „Bioenergiedorf-Ortsschild“ an Bürgermeister Thomas Föhl und Ortsvorsteher Reinhold Brück. Danach ging es mit dem „Energieexpress“ auf Sightseeing-Tour durch die Gemeinde. Der Weg führte von der örtlichen Biogasanlage, über die Weinberge, den in Bau befindlichen Energiegarten bis hin zu den Miscanthus-Feldern (Chinaschilf). Unterwegs informierte sich der Minister an zahlreichen Stationen über das „gelebte Umweltbewusstsein der Siebeneicher“.

 

Bildunterschrift: Vom Engagement im Bioenergiedorf Siebeneich begeistert: Landwirtschaftsminister Alexander Bonde, Landrat Helmut M. Jahn, Bürgermeister Thomas Föhl, H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm und viele weitere Gäste. Foto: Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber.

 

[von: Andreas Scheurig]