Potenzialstudie zeigt Reserven der Biomassenutzung in der BioenergieRegion Weserbergland plus

18.07.2011 Bioenergieregion Weserbergland plus, Niedersachsen und Bremen

Auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergienutzung in Deutschland erfährt das Thema der Verwertung und Weiterentwicklung Er-neuerbarer Energien ganz besondere Aktualität. Zur Vorstellung der Biomassepo-tenzialstudie haben der Landkreis Schaumburg und die Weserbergland AG Vertre-ter aus Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft und Politik sowie kreisangehörigen Kommunen in das Hofcafé Eggelmann in Obernkirchen-Gelldorf eingeladen. Trotz Erntezeit sind fast 30 interessierte Gäste der Einladung gefolgt. Die Autoren Dr. Jo-sef Strotdrees und Martin Hillmann, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, haben die Studie und deren Kernaussagen vergleichend, aber vor allem mit direktem Be-zug zum „Teiluntersuchungsraum Landkreis Schaumburg“ vorgestellt.

Die Inhalte der Studie werden derzeit für die Bioenergieregion Weserbergland plus, zu der die vier Landkreise Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden gehö-ren, im Rahmen einer Roadshow vorgestellt.

„Die gerade fertig gestellte Biomasse-Potenzialstudie bildet eine wertvolle Grundlage zur Erstellung eines konkreten Handlungsrahmens für die zukünftige Nutzung Erneuerbarer Energien“, erläutert Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland Aktiengesellschaft. „Gleichzeitig wird durch die großräumige Betrachtung der Blick über den Tellerrand er-möglicht.“ Landrat Jörg Farr bestätigt ergänzend: „Letztendlich steht dahinter das Ziel, möglichst viel Wertschöpfung in der Region zu halten. Vielen Unternehmen, gerade auch in der Landwirtschaft, und deren Mitarbeitern gibt das eine Perspektive.“

Im Vordergrund der Studie stehen die umwelt- und landschaftsverträglich schöpfbaren regionalen land- und forstwirtschaftlichen Potenziale der Bioenergie. Im Fokus der Be-trachtung stehen dabei die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche und die des Waldes (Privat- und Staatswald).

Die vier Landkreise werden in dieser Studie einzeln, aber auch insgesamt betrachtet. In den Beschreibungen zu den einzelnen Landkreisen erfolgen eine tiefergehende Betrach-tung der Nutzungsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Fläche und die des Waldes teil-weise bis auf die Ebene der Städte, Samtgemeinden, Flecken oder Gemeinden.

Die Untersuchung ist als Ist-Analyse mit anschließender modellhafter Prognose konzi-piert. In verschiedenen Szenarien wird auf unterschiedliche Entwicklungsprozesse mit ihren Auswirkungen auch auf die Verwertung von organischen Düngern eingegangen. Dabei stehen die Entwicklung der Tierhaltung und eine Ausweitung der Biogasanlagen im Mittelpunkt. Alternativen zum Anbau von Mais werden erörtert. Zudem geben ökonomi-sche Betrachtungen einen Einblick in die Grenzen der Nutzung von Biogasanlagen.

„Aus der Studie geht unter anderem deutlich hervor, dass der Anteil an Energiepflanzen in der BioenergieRegion insgesamt niedriger als landläufig angenommen ausfällt“, so Dr. Strotdrees. Die derzeitige Maisflächengestaltung kann als gesunde Fruchtfolge betrachtet werden und bietet weitgehend genügend Potenzial für einen weiteren Ausbau.

Auch bei der Betrachtung des Bedarfs an landwirtschaftlicher Fläche für die organische Düngung fällt auf, dass trotz intensiver Viehhaltung in den vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Teilräumen genügend Kapazitäten vorhanden sind, um Gärreste aus Biogas-anlagen pflanzenbaulich sinnvoll zu verwerten. In seinem Fazit machte Dr. Strotdrees deutlich: „Im Schaumburger Land gilt es, noch große Potenziale bei der Biomassenutzung sowohl vom Acker als auch aus dem Wald zu heben“. „Die Entnahme beim Wald darf langfristig natürlich nicht über dem Zuwachs liegen“, ergänzte Hillmann.

Projektleiter Hans-Jürgen Hesse ist überzeugt: „Durch die zunehmende Nutzung der Po-tenziale wird die regionale Wertschöpfung der Handwerksbetriebe und Unternehmen er-höht. Den Menschen der Region werden neue Entwicklungschancen ermöglicht“. Die zahlreichen Diskussionsteilnehmer waren sich am Ende darüber einig, dass es nur um eine nachhaltige Nutzung dieser Potenziale gehen kann.

Die Potenzialstudie wird abschließend am 16. September auf der SOLTEC – Fachmesse für Sonne und Energie – in Hameln den Vertretern aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont vorgestellt. Auf dieser Veranstaltung werden Vorträge zu aktuellen Themen der Bioener-gieRegion Weserbergland plus angeboten. Die Vortragsreihe geht über einen halben Tag und beinhaltet außerdem ein Referat über Änderungen und Auswirkungen des neuen EEG 2012. Als Referent konnte der kompetente Fachanwalt Dr. Helmut Loibl, Rechtsan-walt für Verwaltungsrecht, Kanzlei Paluka Sobola Loibl Partner aus Regensburg gewon-nen werden. In einem dritten Vortrag berichtet Jörg Mühlenhoff, Agentur für Erneuerbare Energien, Berlin, über die Messbarkeit der Wertschöpfung Regenerativer Energien.

Auf den Internetseiten www.weserberglandag.de und www.rek-weserbergland-plus.de sind Informationen zur aktuellen Studie und zum Projekt BioenergieRegion Weserberg-land plus veröffentlicht. Weitere Fragen beantwortet das Team BioenergieRegion Weser-bergland plus gerne auch telefonisch unter 05151/5851003 oder per E-Mail über info@weserberglandag.de