Erfolgsmodelle der Bioenergieregion Cochem-Zell
10.06.2011 Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz und Saarland
Die in allen Bundesländern von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe unterstützte Veranstaltungsreihe „Best Practice – Erfolgsmodelle energetischer Nutzung von Biomasse“, fand am 31.05.2011 in der Bionergieregion Cochem statt. An der Informationsveranstaltung, die sich an Land- und Forstwirte, Vertreter anderer Wirtschaftsbereiche, die Biomasse erzeugen und nutzen, Verwaltungs- und Kommunalvertreter sowie Umweltverbände richtet, nahmen rund 70 Interessierte teil.
Peter Bleser, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eröffnete die Veranstaltung, die gemeinsam von der Bioenergieberatung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der Bioenergieregion Cochem-Zell durchgeführt wurde. „Die Bioenergie ist gerade für den ländlichen Raum, wie es meine Heimat ist, eine Chance“, so Bleser. Ein gutes Beispiel hierfür sei beispielsweise die in Alflen im Betrieb befindliche Biogasanlage, die neben dem Strom auch Wärmelieferant für den nahegelegenen Fliegerhorst Büchel sei. „Dies ist deutschlandweit ein einmaliges Projekt zur Wärmeversorgung eines Bundeswehrstandortes“
Landrat Manfred Schnur stellte die Cochem-Zeller Bioenergieregion sowie die in Planung befindlichen oder bereits sehr erfolgreich durchgeführten Projekte vor. Auch die eingeleiteten Schritte des Landkreises, um sich zu einem Null-Emissions-Kreis zu entwickeln, wurden vom Kreischef beschrieben. „Das vom Kreistag verabschiedete Klimaschutzkonzept zeigt einen ganz klaren klimapolitischen Zeitplan für die nächsten 3 Jahre sowie einen langfristigen Handlungsrahmen zur Etablierung der CO2-neutralen Tourismusregion auf. Daher freue ich mich umso mehr, dass der Bund uns vor kurzem die Zusage gegeben hat, für die nächsten 3 Jahre die Kosten für einen Klimaschutzmanager zu 65 % zu fördern. Mit diesem „Netzwerker“ könne man Ideen und Projekte noch besser voranbringen. Zum Abschluss seines Vortrages kündigte Schnur an, dass der Anteil von Wärme aus Biomasse im Landkreis in den nächsten Jahren noch stark ausgeweitet werden soll.
Der Referatsleiter der BLE-Bioenergieberatung, Frank Lenz, unterstrich die Wichtigkeit der Biomassenutzung, auch wenn diese manchmal in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert würde. „Typische Vorbehalte der Bevölkerung sind nur durch fachlich fundierte Informationen zu entkräften. Und dies können wir auch tun“, bestärkte der Fachexperte die Teilnehmer. Wie eine Biomasseanlage aus betriebswirtschaftlicher Sicht sowie aus der Substratauswertung kalkuliert werden müsste, erläuterte Dr. Klaus Wemken, Biogas-Fachberater bei der BLE, indem er ein entsprechendes Programmmodul vorstellte. Die vom Staatsekretär Bleser erwähnte Biogasanlage, die von vier Landwirten aus Alflen betrieben wird, wurde anschließend detailliert von Ingenieur Ulrich Schäfer vorgestellt. Die Biogasanlage verfügt über eine Leistung von 750 kW. „Daneben liefert die Alfler Biogasanlage ca. 3.000 MWh Wärme/Jahr über eine 600 Meter lange Wärmeleitung direkt an den Fliegerhorst“, erklärte Schäfer. Durch diese Nutzung der Nahwärme aus der Anlage könne der Fliegerhorst jährlich 375.000 Liter Heizöl einsparen und den CO2-Ausstoß um 1.100 Tonnen/Jahr reduzieren.
Mit Interesse besichtigten anschließend die Teilnehmer der Fachveranstaltung die Biogasanlage.










