Energiewende ist machbar
15.07.2011 Bioenergieregion Oberland, Bayern
Die Bürgerstiftung Energiewende Oberland veranstaltete im Rahmen ihres vom BMELV geförderten Projektes „Bioenergieregion Oberland“ eine Rundfahrt zu verschiedenen Erneuerbare Energie-Anlagen im Landkreis Weilheim-Schongau.
Heiß begehrt waren die Plätze für die Exkursion der Energiewende Oberland zu Projekten der regenerativen Energieversorgung. Über 70 Teilnehmer konnten sich am vergangenen Samstag davon überzeugen, dass die Energiewende in Weilheim-Schongau bereits im Gange ist. Seit Januar dieses Jahres ist der Landkreis Zustifter der Bürgerstiftung. Erster Halt war am Wasserkraftwerk Schönmühl bei Penzberg. Mit neuer Fischtreppe ist das Werk, auch wenn es fast 90 Jahre alt ist, auf dem aktuellen Stand der Entwicklung. Mit einer Leistung von 5 Megawatt liefert es beinahe ununterbrochen regenerativen Strom ins Netz. Als Betreiber des Stromnetzes ist die Fa. EON auch für die Stabilität der Stromversorgung zuständig. Der derzeit starke Trend zur dezentralen und regenerativen Stromgewinnung ist zusammen mit dem schwankenden Lastprofil des Verbrauchs eine große Herausforderung.
Ingo Martin, einer der Vorstände der Energiewende Oberland betont, dass die regenerativen Energien „nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, sondern vielmehr in ihrer unterschiedlichen Verfügbarkeit sinnvoll genutzt werden müssen“. Vom Wasserkraftwerk ging es weiter zum genossenschaftlich organisierten Biomasse-Heizwerk Untereglfing. Über 40 Beteiligte und ein engagierter Biogas-Landwirt erzeugen Strom und Wärme für die halbe Gemeinde und ein mittelständisches Unternehmen. Die Grundlast des Wärmebedarfs wird ganzjährig von der Biogasanlage des benachbarten Bauernhofs bezogen. Somit wird zur Warmwasserbereitung in den angeschlossenen Häusern kein zusätzlicher Brennstoff benötigt. Mit einer Hackschnitzel-Heizung kann bei Bedarf die erforderliche Heizwärme regenerativ erzeugt werden. Der mächtige Ölkessel in der Heizzentrale geht nur in Betrieb, wenn die beiden anderen Systeme nicht ausreichend Wärme liefern. Nach genau einem Betriebsjahr, so berichtet Andreas Ertl von der Betreibergenossenschaft, sind das nur 3 % des Gesamtbedarfs. Die Diskussion über die Rohstoffversorgung bei Biogas und Hackschnitzeln wird auch in Untereglfing geführt. Auf regionalen Bezug wird jedoch schon im eigenen Interesse großen Wert gelegt. Die Grenzen der Biogasnutzung in Oberbayern sind relativ eng. „So ist diese Anlage“, betont Andreas Scharli von der Energiewende Oberland, „mit dem ausgeklügelten Wärmekonzept vorbildlich, auch für andere kleine Gemeinden“.
Ebenfalls in der Hand der Bürger befindet sich die Windkraftanlage in Peiting, das dritte und letzte Reiseziel dieser Exkursion. Seit sieben Jahren, also schon weit vor der großen Diskussion um die Energiewende, engagiert sich Cornelius Huber zusammen mit 81 anderen Kommanditisten mit großem Erfolg für dieses Projekt. Nach der Vorstellung der Entwicklungsgeschichte der Anlage konnten sich die Teilnehmer vor Ort über Geräuschentwicklung, Schattenschlag und die technischen Details des ca. 100 Meter hohen Windrads informieren. „Da war für jeden was dabei“ resümierte ein Teilnehmer nach der Fahrt. „Den Königsweg gibt´s nicht, aber mit einer gesunden Mischung schaffen wir die Energiewende“.
Weitere Informationen unter www.bioenergieregion-oberland.de
[von: Chiara Kury]










