Einer für Alle, Alle für Einen

04.10.2011 Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder - naturkraft-region, Hessen

Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll eG gegründet
Ganz nach dem Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen „was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele“, wurde in Schwalmstadt mit fast 80 Gründungsmitgliedern die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll gegründet.
Initiiert und vorangetrieben wurde die Genossenschaftsgründung von der VR-Bank HessenLand eG und der naturkraft-region. „Die Energiegenossenschaft bietet die Chance die Wertschöpfung bei der Nutzung erneuerbarer Energien in der Region zu halten und nicht an überregionale Investoren abfließen zu lassen, “ so Jürgen Kaufmann, 1. Vorsitzender der naturkraft-agentur, der die Anwesenden begrüßte. Werner Braun, Vorstand der VR-Bank HessenLand eG, führte als Versammlungsleiter durch den Abend: „In den letzten Wochen wurden viele Gespräche in Vorbereitung auf den heutigen Abend geführt. Es mussten Kandidaten für Vorstand und Aufsichtsrat gefunden und ein Businessplan erarbeitet werden.“
Bei dem Unterzeichnen der Satzung bildete sich regelrecht eine Schlange bis alle Gründungsmitglieder sich eingetragen und über 450 Anteile zu je 100 Euro gezeichnet hatten. Der Genossenschaftsgedanke spiegelt sich auch im Stimmrecht wider, so hat jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig davon wie viele Geschäftsanteile es besitzt. Im neu gewählten Aufsichtsrat sind unter anderem Vertreter aus Kommunen, Handwerk, Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Banken sowie weitere Multiplikatoren aus der Region vertreten. Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Werner Braun, zu seinem Stellvertreter Klaus-Dieter Horchem, Direktor von Hephata, gewählt. Der Aufsichtsrat bestellte Ernst George, Horst Kaisinger und Hans Kurt Bernhardt als Vorstand. Alle Beteiligten haben einen stark regionalen Bezug.
Gemäß Satzung wird sich die Genossenschaft mit der Planung, Finanzierung, Errichtung und dem Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien befassen. Sie wird Strom und Wärme verkaufen, aber auch weiterführende Aktivitäten zur Steigerung von Energieeffizienz und Energieeinsparung sollen durchgeführt werden. Die Genossenschaft finanziert ihre Projekte aus Geldern der Mitglieder, bestehend aus Geschäftsanteilen und Nachrangdarlehen, sowie falls erforderlichen ergänzenden Bankdarlehen. Die Mitglieder erhalten für die eingebrachten Finanzierungsmittel Zinsen und Dividende, also Kapitalerträge.
Die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll wird nach Eintragung in das Genossenschaftsregister direkt mit den ersten Projekten starten. Begonnen werden soll mit Photovoltaikanlagen, die ersten Dächer dafür sind bereits gefunden. Nach Eintragung im Genossenschaftsregister sind weitere Beitritte erwünscht. Die Genossenschaft wird in Verbindung mit geplanten Projekten mit weiteren Informationen auf die Bürger in Schwalm und Knüll zugehen. Ein Thema liegt dem Vorstand ganz besonders am Herzen.
Überregionale Investoren und Projektentwickler bemühen sich derzeit stark um Pachtverträge für potentielle Windenergiestandorte. Hier sollte man nicht übereilt unterschreiben und im ersten Schritt klären, ob die regionale Lösung unter Beteiligung der Bürger nicht die vorzuziehende Alternative ist. Der Vorstand und der Aufsichtsratsvorsitzende stehen hier bei Fragen gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen unter www.schwalm-knuell-energie.de