Die private Energiewende einleiten
12.08.2011 Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz und Saarland
Verbraucherzentrale gab Tipps
Jeder kann zur Energiewende beitragen. Eine Vielzahl von technischen Lösungen steht dem Privatverbraucher hierfür zur Verfügung. Bei einem Informationsabend in Cochem stellten Experten Konzepte zur energetischen Gebäudesanierung vor.
Rund 60 Interessierte waren der Einladung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. und der Bioenergieregion Cochem-Zell gefolgt. In den Räumen des Kapuzinerklosters in Cochem konnten sie sich aus erster Hand über Möglichkeiten zur energetischen Gebäudesanierung informieren. Der Titel der Veranstaltung: „Die private Energiewende – wie geht das?“
Dabei wartete Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, gleich zu Beginn mit einer gewaltigen Zahl auf: „Rund 270 Millionen Euro werden in Deutschland jährlich für Standby-Zeiten von DLS-Routern verpulvert. Hinzu kommen energiehungrige Haushaltsgeräte wie zum Beispiel alte Kühlschränke, die im Keller ein neues Zuhause finden, obwohl dort nur zwei Flaschen Bier gekühlt werden.“ Die Besucher staunten nicht schlecht ob der Höhe der häufig überflüssigen Stromkosten.
Und auch sonst lieferte Hans Weinreuter spannende Einblicke in die tägliche Praxis der Energieberatung. „Wir werden immer wieder mit Vorurteilen und Missverständnissen konfrontiert.“ Diese auszuräumen, ist ein wichtiges Anliegen des Energiefachmanns. Etwa: „Wer sein Haus dämmt, muss keinen Schimmel fürchten. Im Gegenteil: Durch die höhere Temperatur auf der inneren Wandoberfläche wird dieser sogar verhindert“, machte Hans Weinreuter klar. Auch die unberechtigte Angst vor mechanischen Lüftungsanlagen als „Bakterienschleudern“ zerstreute der Experte der Verbraucherzentrale. „Die Zu- und Ablaufanlagen erhöhen vielmehr den Wohnkomfort – allerdings nur, wenn die Filter regelmäßig getauscht bzw. gereinigt werden.“
Anschließend stellte der Energieberater Bernhard Andre dem Publikum ein Sanierungsprojekt vor. Dabei handelte es sich um ein Wohnhaus, dass Andre mit seiner Familie bewohnt. Rund eineinhalb Jahre ließ der Diplom-Ingenieur keinen Stein auf dem anderen. Am Ende hat sich der Aufwand gelohnt: „Wir konnten den Energiekennwert unseres Gebäudes von über 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf etwa 50 Kilowattstunden jährlich reduzieren. Unter Berücksichtigung der Investitionsmehrkosten für die energetische Optimierung in Höhe von rund 25.000 Euro sparen wir in den nächsten15 Jahren etwa 30.000 Euro Energiekosten.“
In der anschließenden Talkrunde gingen Hans Weinreuter und Bernhard Andre gemeinsam mit dem Bauherrn Dr. Torsten Krämer und Hermann Johann, Fachbereichsleiter Kreisentwicklung, Klimaschutz beim Landkreis Cochem-Zell, der Frage nach, welche Rolle die Energieberatung spielt. „Für uns ist das ein unverzichtbares Angebot für die Region“, machte Hermann Johann klar. Und Dr. Torsten Krämer ergänzte: „Für mich als Bauherr war besonders die anbieterunabhängige Neutralität der Verbraucherzentrale wichtig. So hat mir die Beratung sehr geholfen.“
Zum Schluss stellte Hans Weinreuter verschiedene Möglichkeiten zum Stromsparen vor. Und auch das Thema Ökostrom durfte an diesem Abend nicht fehlen. Fazit: „Stromsparen alleine reicht nicht. Aber es ist angesichts der Energiewende wichtiger denn je.“










