Das Geld des Dorfes dem Dorfe

23.09.2011 Bioenergie-Region Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder - naturkraft-region, Hessen

„Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele“ – das war die Kernbotschaft der Veranstaltung über Energiegenossenschaften im Haus der Generationen in Alheim-Heinebach. Das Thema wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zukunftsfähige Energieversorgung“ in der naturkraft-region aufgegriffen, die sich an interessierte Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft richtet. Über 70 Gäste aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder waren der Einladung gefolgt. Zunächst stellte Dr. Brigitte Buhse, Geschäftsführerin der naturkraft-region, die aktuellen Zahlen zur Erzeugung und Verbrauch von Energie aus der Region vor: So beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch momentan knapp 16%, was etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Nach aktuellen Umfragen besitzen ca. ein Fünftel aller Deutschen eine eigene Anlage zur Erzeugung regenerativen Energien oder beteiligen sich an einer solchen. Das größte Hindernis für die Investition in diesem Bereich sind jedoch noch immer fehlende Finanzierungsmöglichkeiten. Um dieses Problem zu lösen, stellte Michael Diestel vom Kreisbauernverband Rhön-Grabfeld die Idee der Energiegenossenschaften vor, die vielerorts schon erfolgreich umgesetzt wurde. Ziel ist es, ganz nach dem Leitsatz von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, gemeinsam das zu schaffen, was ein einzelner nicht schafft. Um die Erschließung der Potenziale von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen nicht großen, überregionalen Investoren zu überlassen, haben sich in vielen Orten Menschen zusammengeschlossen, um Energieerzeugungsanlagen gemeinsam betreiben zu können. Jeder aus der Region kann durch eine finanzielle Einlage Mitglied in einer Energiegenossenschaft werden und gemeinsam kann der Investitionsaufwand gestemmt werden. Auf diese Weise wurden schon etliche Solar- und Biogasanlagen realisiert, auch ein Windpark ist in der bayerischen Rhön in Planung. Durch die Einspeisevergütung für produzierten Strom wird je nach Projekt eine Mindestrendite von 3 bis 5 Prozent erreicht.

 

„Die Deutschen sind Weltmeister im Sparen: 5.000 Milliarden Euro liegen deutschlandweit „auf der hohen Kante“, berichtete Diestel. „ Schaffen wir es, nur einen Bruchteil dieses Geldes in solche nachhaltigen Energieprojekte zu investieren, können wir die Energiewende wirklich schaffen – und die Gewinne werden die ländlichen Regionen unterstützen!“

 

Das nötige Know-how zur Gründung einer Energiegenossenschaft lieferte Bernhard Brauner vom Genossenschaftsverband. Er beantwortete offene Fragen und bot die Beratung seines Verbandes an. Und Friedwart Vogel stellte ein Beispiel aus der Region vor, die „Gemeindenützliche Genossenschaft Felsberg“ (GeGeFe), die neben der Energieerzeugung auch die Erhaltung der Felsberger Altstadt und die Förderung der Lebensqualität zum Ziel hat.

Alle Präsentationen mit vielen Informationen zu Genossenschaftsgründungen sind unter www.naturkraft-region.de zu finden.