Bioenergieregion Rügen bringt die Lösung - Jugendherberge Prora erzeugt Wärme mit Rügener Rapsöl

27.01.2012 "Natürlich Rügen" - Voller Energie, Mecklenburg-Vorpommern

Prora/Rothenkirchen. Es ist ein kleiner, aber effektiver Erfolg für die Bioenergieregion Rügen: Dank eines funktionierenden Netzwerkes und ein paar Telefonaten bezieht die Jugendherberge Prora von nun an ihr Rapsöl von der Getreide- und Dienstleistungs GmbH in Rambin. Das Rapsöl benötigt die längste Jugendherberge der Welt für das hauseigene Blockheizkraftwerk, welches die Jugendherberge mit Strom, aber vor allem mit Wärme, versorgt. Den Ursprung nimmt diese kleine Erfolgsgeschichte Anfang Dezember 2011. Auf einem Workshop zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes für die Insel Rügen, berichtete Jugendherbergsleiter Dennis Brosseit über Beschaffungsprobleme im Hinblick auf das benötigte Rapsöl. Bis zu einem ganzen Tag habe er verschiedene Rapsöllieferanten abtelefonieren müssen und seinen Radius dabei immer weiter ausgedehnt. Letztlich konnte ein Lieferant aus Magdeburg, verbunden mit hohen Transportkosten, die erforderliche Menge an Rapsöl liefern. Die Bioenergieregion Rügen nahm daraufhin Kontakt mit Dr. Manfred Möller, Geschäftsführer des Rambiner Unternehmens, auf, berichtete von der unglücklichen Situation der Jugendherberge Prora und stellte den Kontakt zwischen beiden her. Am Donnerstag dieser Woche war es dann soweit. Die Jugendherberge Prora bekam die erste Lieferung Rügener Rapsöl. Knapp 30.000 Liter wurden getankt. „Das wird voraussichtlich für drei Monate reichen", so Dennis Brosseit. Immerhin stehen unter der Obhut des Jugendherbergsleiters nicht weniger als 400 Betten und so verbraucht das BHKW pro Stunde ca. 15 Liter. Und nach Angaben des Jugendherbergsleiter sollen nach dem, noch für 2012 geplanten, Ausbau der fünften Etage weitere 100 Betten hinzukommen.

Nicht nur Dennis Brosseit freut sich über die gefundene Lösung, dank derer er nun sein Rapsöl von einem Lieferanten der Insel bezieht. Auch die Getreide- und Dienstleistungs GmbH Rambin ist dankbar, dass sie ihr Rapsöl auf kurzem Weg an den Mann bringen kann! Ein Gewinn für beide Seiten und ein perfektes Bespiel für regionale Wertschöpfung: Der Raps wird von Landwirten auf der Insel angebaut, dort zu Rapsöl verarbeitet und über einen Transporteur aus der Region zu einem Abnehmer auf der Insel geliefert. Ein idealer Kreislauf, welcher zeigt, wie wichtig die Netzwerkarbeit der Bioenergieregion Rügen sein kann. Nachdem das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Förderung der 25 Bioenergie-Regionen in Deutschland um weitere drei Jahre, mit Erfüllung anspruchsvoller Kriterien, beschlossen hat, steckt die Bioenergieregion Rügen derzeit mit mitten in den Antragsformalitäten. Ob die Insel Rügen weiterhin Bioenergieregion bleibt, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden und ist im Wesentlichen vom Fortführungsinteresse und dem Engagement bisheriger und neuer Netzwerkpartner abhängig. Weitere Informationen unter www.ruegen-voller-energie.de und Tel.: 03838 – 315 98 55. 

[von: Bioenergieregion Rügen]