Bioenergiedorf im Wendland: prämiertes Energiekonzept ist umgesetzt

14.12.2011 Region Wendland-Elbetal

Nach den Modelldörfern Volkfien und Thomasburg hat jetzt auch das Bioenergie- Modelldorf Breese in der Marsch die von der Bioenergieregion Wendland-Elbetal gestifteten Hinweisschilder aufgestellt.

Am 18.11. trafen sich Vertreter der Lokalpolitik, der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal, und Breeser Bioenergie-Akteure, um vor Ort mit Schaufel und Maurer-Bütt bewaffnet zur Tat zu schreiten. Die Anwesenden ließen es sich nicht nehmen, eigenhändig eine Schaufel Mörtel in die akkurat vorbereiteten Erdlöcher zu füllen und sich damit symbolisch zu dem Modelldorf-Projekt zu bekennen.

Breese in der Marsch hatte zusammen mit den Dörfern Thomasburg und Volkfien am 03. Mai 2010 den von der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal ausgerufenen Wettbewerb gewonnen, bei dem Projektideen und Dörfer mit Vorzeigepotenzial öffentlichkeitswirksam prämiert wurden. Der Breeser Wettbewerbsbeitrag zeigte seinerzeit ein Konzept auf, wie es möglich wäre, neben dem Dorf Breese auch die Ortslage Gümse mit Wärmeenergie aus der örtlichen Biogasanlage zu versorgen.

Dieses Konzept ist nun umgesetzt. Seit kurzem werden 28 Haushalte in Gümse über ein neues Nahwärmenetz versorgt. Vor zwei Wochen ging außerdem die neue Holzhackschnitzelheizung in Betrieb und markiert damit das Ende des letzten Bauabschnittes. Die Holzheizungsanlage wird etwa vier Monate im Jahr zusätzliche Wärme in das Netz einspeisen, wenn der Wärmebedarf der Dörfer Breese und Gümse die Wärmeleistung der Biogasanlage übersteigt.

Nach Aussage von Herrn Siemke, dem Anlagenbetreiber, werden nun in beiden Dörfern zusammengenommen 100 Wohneinheiten, zwei Schweinemastställe sowie der Kindergarten, ein Gastronomiebetrieb und das Sportheim mit Wärme versorgt. Das entspricht einer theoretischen Spitzenlast von 2 Megawatt.

Im Bau befindet sich derzeit noch eine Holzhackschnitzeltrocknung (nebst Bunker), die in den Sommermonaten überschüssige Wärme nutzen soll, um die im Winter für die Heizungsanlage benötigten Holzhackschnitzel zu trocknen. Der jährliche Verbrauch von Holzhackschnitzeln läge voraussichtlich bei 1500-1600 Kubikmeter, so Anlagenbetreiber Siemke.

Foto: Christian Nowak, Bioenergiedorf Thomasburg, Dorfreporter für die Bioenergie-Region

[von: Bioenergie-Region Wendland-Elbetal]