Besuchergruppen aus aller Welt zu Gast in der Bioenergie-Region Achental
11.10.2011 Bioenergie-Region Achental, Bayern
Eines hatten alle Besuchergruppen gemein: Ihren Arbeitsschwerpunkt in der ländliche Entwicklung und das Interesse an der Bioenergie Region Achental. Die Bioenergie-Region wurde vor über zwei Jahren im gleichnamigen Wettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgewählt. Mittlerweile wird das Achental auch über die Grenzen hinweg als Beispiel für eine gelungene Entwicklung im Bioenergiebereich wahrgenommen und freut sich daher über vielerlei Anfragen. „Wir sind stolz darauf, unsere Erfahrungen aus der Arbeit im Achental zu teilen und Anstöße für erfolgreiche Projekte in anderen Gebieten zu geben“, so Projektleiter Wolfgang Wimmer. Den Anfang machte eine Gruppe aus Westafrika und Südostasien. Die 19 jungen Leute arbeiten im Bereich der Regionalentwicklung und machen derzeit über die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein einjähriges Austauschjahr in Deutschland. Nach einem Vortrag über das Ökomodell Achental durch Karin Heinrich, stand der Besuch des Naturland Betriebes von Schlechings Bürgermeister Josef Loferer in Schleching-Ettenhausen auf dem Programm. Nach einer Stärkung im Hotel Hubertus machte sich die Gruppe auf dem Weg zu einer dezentralen Biogasanlage. Die 2. Besuchergruppe, wenige Tage später, stammte aus Süd-Korea und informierte sich bei Jürgen Rosenberger, Regionalmanagement Bioenergie-Region Achental, über den Stand der Umsetzung im Achental und die ganzen Gipfelprojekte z.B. den Ausbau des Biomassehofes und die Projektierung samt Umsetzung der Fernwärmeversorgung für Grassau. Vorgestellt wurde überdies der im Bau befindliche Holzvergaser, über den die Energie aus Holzpellets und Hackschnitzeln nochmals effizienter genutzt werden kann. Viele Eindrücke konnte eine Dozenten- und Studentengruppe aus Brasilien bei ihrem 2-tägigen Aufenthalt im Achental sammeln. Nach dem Biomassehof und dem Ökomodell, lernten sie bei einer Führung durch den Betriebsleiter Rudolf Helminger die Funktionsweise der Biogasherstellung des Abwasserzweckverbandes Achental kennen. Sebastian Stephan, Leiter des Wasserwerkes Grassau, stellte der Gruppe den Edelstahl-Hochbehälter für die Grassauer Wasserversorgung vor. Der 2. Tag startete mit einem Rundgang zur Dorferneuerung in Schleching mit Altbürgermeister Fritz Irlacher. Beim landwirtschaftlichen Betrieb von Hans Wimmer in Grabenstätt-Oberaschau konnten die Besucher das Konzept für eine geplante Biogasanlage mit Nahwärmenutzung kennenlernen. Den Abschluss bildete eine Exkursion zur Schutzwaldsanierung auf den Antoniberg in der Nähe des Thumsees. Förster Alexander Krüg von der Fachstelle Schutzwaldmanagement in Marquartstein erläuterte den Brasilianern im Gelände das Vorgehen bei der Sanierung sowie die Funktion von Dreibeinböcken und Schneezäunen und die entstehenden Kosten. Ziel der Sanierer ist es, intakte Bergmischwälder mit natürlicher Schutzfunktion wieder herzustellen, in diesem Beispiel zum Schutz der vielbefahrenen Alpenstraße. Der Antoniberg ist seit 1986 Sanierungsgebiet. Trotz der Rückschläge aufgrund eines Brands im Jahr 2007 sind hier der Erfolg und der Fortschritt der Sanierung eindrucksvoll zu sehen. Gestärkt von den Eindrücken aus dem Achental, werden die Besucher in ihren eigenen Wirkungskreisen hoffentlich viele Maßnahmen umsetzen.
Auf dem Bild:
Das Bild zeigt einen Teil der Brasilianischen Besuchergruppe bei der Besichtigung der Schutzwaldsanierung.
[von: Jürgen Rosenberger ]










