Anbau von Energiepflanzen auf den Rieselfeldern – Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft zu Besuch bei der Bioenergie-Region Ludwigsfelde

18.10.2011 Region Ludwigsfelde, Brandenburg und Berlin

Mehr als 20 Fachleute aus dem Bereich Bodenkunde kamen Anfang September in die Bioenergie-Region Ludwigsfelde, um sich mit der Nachnutzung der Berliner Rieselfelder zu beschäftigen. Eingeladen hatten das Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin und das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg. Eine Möglichkeit der Nachnutzung der ehemaligen Rieselfelder ist der Anbau von Energiepflanzen - das untersucht die TU Berlin in Zusammenarbeit mit den Berliner Stadtgütern für die Bioenergie-Region Ludwigsfelde. Die Bioenergie-Region Ludwigsfelde initiiert vor Ort Projekte zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse für die zukünftige Energieversorgung. Da erscheint der Anbau von Biomasse auf den ehemaligen Rieselfeldern nahe liegend, weil keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion besteht: Aufgrund der langjährigen Verrieselung von Abwässern aus dem Großraum Berlin, weisen die Rieselfeldböden teilweise hohe Konzentrationen an Schwermetallen und organischen Schadstoffen auf. Somit können diese Flächen in den nächsten Jahrhunderten für den Nahrungsmittelanbau nicht mehr genutzt werden. Die TU Berlin forscht nun zusammen mit den Eigentümern der Flächen – den Berliner Stadtgütern- an für den Standort günstigen Energiepflanzen und Möglichkeiten zur Ertragssteigerung. Auch die Biogaserträge von den vor Ort bereits wachsenden Biomassen wie Brennnesseln werden analysiert. Außerdem arbeitet man noch an der Wasserversorgung der Pflanzen: Durch das Einbringen von so genannter „pyrogener Kohle“ –eigentlich Holzkohle- wird getestet, ob sich die Erträge von Energiepflanzen wie z.B. Knaulgras oder Pappeln steigern lassen. Die Kohle kann durch ihre große Oberfläche gut Wasser und auch Nährstoffe speichern. „ Wir erwarten uns durch die Einbringung der Kohle nicht nur Ertragssteigerungen bei der Biomasse, sondern auch eine Fixierung der Schwermetalle im Boden und damit einen Schutz des Grundwassers“, erklärt Anne Wagner, wissenschaftliche Assistentin am Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin, ihren Kollegen und Studierenden. Eine andere Alternative wäre eine Aufnahme der Schadstoffe durch die Energiepflanzen zur langfristigen Sanierung der Flächen. Eine komplette Sanierung der Rieselfelder durch den Anbau der Energiepflanzen ist so schnell jedoch nicht zu erwarten, hierzu werden Jahrtausende nötig sein. Ein komplexes Thema – dieser Anbau von Energiepflanzen auf den Rieselfeldern – das war auch der Eindruck der Wissenschaftler nach ihrer Exkursion, aber es wäre schön, wenn die Umsetzung gelänge. Es wäre ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit in der Energieversorgung.

[von: Ines Wilkens, Bioenergie-Region Ludwigsfelde]