Amerikanische Delegation besucht Bioenergieregion Straubing-Bogen
01.09.2011 Bioenergie-Region Straubing-Bogen, Bayern
Im Rahmen einer Studienreise durch Bayern und Oberösterreich stattete am Montag eine amerikanische Delegation von Forst- und Landwirten, politischen Entscheidungsträgern, Vertretern gemeinnütziger Organisationen sowie Experten für Biogas und Biomasse der Bioenergie-Region Straubing-Bogen einen Besuch ab, um sich auf dem Gebiet von Bodennutzung und Erneuerbaren Energien auf beiden Seiten des Atlantik auszutauschen.
Stellv. Landrat Josef Laumer hieß die Gäste nach Besichtigung der Solaranlage der Firma Krinner in Gänsdorf im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe herzlich willkommen und stellte sich den zahlreichen Fragen der interessierten Besucher. Zur Begrüßung und als Erinnerung überreichte Laumer den Organisatoren des Austauschprogramms Andreas Graf und Dominic Marcellino vom Ecologic Institute in Berlin je ein Gastgeschenk des Landkreises, mit dem er auch auf die Region als Heimat des Bayerischen Rautenwappens aufmerksam machte.
Sehr beeindruckt zeigten sich die Besucher von der äußerst niedrigen Arbeitslosenquote und dem erfolgreichem Engagement der Region bei der Bewerbung um Fördermittel; Ebenso von den zahlreichen innovativen Projekten und Anlagen, wie beispielsweise dem modernen Abfallwirtschaftsverband von Stadt und Landkreis und dem aktuellen Bau einer Demonstrationsanlage zur Produktion von Biokraftstoffen der Zweiten Generation durch die Firma Süd-Chemie. Für ihren Besuch in Straubing hatten sich die Gäste ein ähnliches Programm gewünscht, wie es für die Projektgruppe 4Biomass vom Zukunftsbüro des Landratsamtes vor einem Jahr organisiert worden ist.
Nach einer Präsentation zur Bioenergie-Region mit dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Bioenergie-Projekten durch Netzwerkmanagerin Laura Osterholzer und einer Vorstellung des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe durch Sabine Gmeinwieser, Referentin der Leitung, ging es für die ca. 20 Teilnehmer auf zum Bioenergiedorf Ascha, wo sie von Energy Scout Maria Kulzer informiert wurden. Mit einem Besuch des Gäubodenvolksfestes endete für die Amerikaner, die überwiegend in South Dakota, Colorado und Washington wohnhaft sind, der Tag in der Bioenergie-Region Straubing-Bogen.
Weiterhin auf dem Programm ihrer einwöchigen Studienreise standen unter anderem die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, eine Biogasanlage in Eggersthofen bei Pulling, ein Dialog mit dem Deutschen Biogasverband sowie dem Abfallwirtschaftsbetrieb München und ein Besuch des Oberösterreichischen Energiesparverbandes in Linz.
Die Tour durch Bayern und Oberösterreich, die von 21. bis 27. August stattfindet, ist eine von drei Reisen des vom Ecologic Institute organisierten I-CITE Projektes (Incubating Communities of Influence for Transformation of their Economies and Environment), welches maßgeblich von der Europäischen Union, dem deutschen Auswärtigen Amt und vom World Future Council (WFC) gefördert wird.
Die zweite Studienreise wird die Transformation von strukturell benachteiligten Industriegebieten behandeln und Chancen für deren Aufschwung sowie für Arbeitsbeschaffung anhand von Reisen nach Detroit, Michigan und Pittsburgh, Pennsylvania analysieren. Die dritte Studienreise nach Berlin, Norddeutschland und Dänemark wird sich auf den Umbau der Energiewirtschaft (Erdgas, Erneuerbare Energien und Elektromobilität) konzentrieren. Abschließend wird eine Konferenz in Brüssel im Rahmen eines größeren zivilgesellschaftlichen Dialogs die drei Fäden der Studienreisen zusammenbringen und Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Transformation von Wirtschaft und Umwelt in den USA und in der EU thematisieren.
[von: Laura Osterholzer]










